Entweder - Oder?

Mir wird oft bewusst, wie schnell die Menschen doch ihre Meinung festlegen und glauben zu Wissen. Triffst du eine neue Person , sei es auf der Straße oder in der Schule oder sonst wo, ihr unterhaltet euch ein paar Stunden und sofort bildet sich im Kopf der Charakter des anderen. Ist er eher laut oder zurückhaltend, ernst oder verspielt, sarkastisch oder naiv, was sagt die Körpersprache? usw. Das Problem daran ist, das dieser Mensch vielleicht garnicht so ist. Ich habe mal vor längerer Zeit einen Satz gelesen den ich sehr interessant fand. -Der Mensch besitzt vier Charaktere, der der er gerne wäre, der der er glaubt zu sein, den den die anderen ihn ihm sehen und der der er wirklich ist. Wie kann das sein? Wie kann man so viele oftmals verschiedene Personen zu gleich sein? Die Antwort ist einfach. Der Mensch ist unglaublich facettenreich. Warum sonst führen wir Diskussionen mit uns selbst? Oder warum sonst werden einem manchmal Eigenschaften zugesprochen die man niemals für sich nehmen würde. Der Mensch ist nicht entweder - oder. Jemand kann nett und führsoglich sein aber zugleich auch grausam und kalt. Am Ende kommt es immer darauf an wer einem Gegenüber ist, nicht wer man selbst ist. Der Gegenüber entscheidet wie man sich selbst verhält. Ist der andere nervig und zu redselig, kann sich der netteste Mensch der Welt kalt und eingebildet geben. So wirkt er auf die andere Person jedoch ganz anders als ihn alle seine Freunde vermutlich beschreiben würden. Dies ist einer der Gründe warum ich mich nicht viel mit anderen Menschen beschäftige, bzw nicht gerne neue Menschen kennenlerne. Meiner Meinung nach muss man sich wirklich mit jemanden auseinandersetzten damit man ihn richtig kennenlernt und weiß wer derjenige ist. Ich persönlich bin zu faul dafür. Warum mir die Mühe geben, wenn am Ende rauskommt das es doch nicht passt. Einer der Gründe warum Menschen es etwas schwerer mit mir haben. Zum Beispiel verachte ich das Verhalten von Menschen, wenn sie sich auf der Straße anpöbeln oder Fremde einander schlagen. Sie tun dies aus unterdrückten Aggressionen, vielleicht wurden sie als Kinder geschlagen, oder der Beruf frustriert sie usw. Natürlich sind das alles nachvollziehbare Gründe, aber dann sollen sie meinetwegen Boxen gehen. Nehmen wir mal ein nicht so Körperverletztendes Beispiel. Eine Junge Frau überquert die Straße, auf der anderen Seite ist eine Gruppe Jugendlicher. Sie machen sich lustig über diese Frau da sie, nach der Meinung der Jugendlichen, einen seltsamen Kleidungsstil habe. Ein paar verletzende Worte fallen, dann ist sie ausser Hörweite. Die Jugendlichen vergessen den Vorfall schnell, das Thema wird gewechselt. Was ist mit der Frau? Niemand von ihnen kannte sie. Also weiß niemand von ihnen wie sehr diese Worte wirklich wehgetan haben. Vielleicht weint sie sich nun die Augen aus dem Kopf. Aber wen interessiert das schon? Es betrifft einen doch nicht, solange man sie nicht kennt. Versteht ihr worauf ich hinaus will? Diese Frau könnte grade die schlimmste Zeit in ihrem Leben haben, wer weiß ob sie grade ihren Mann verloren hat, oder ihr Sohn schwer krank ist. Vielleicht wurde sie grade betrogen oder vergewaltigt. Aber egal, niemand kennt sie, niemanden interessierst. Meine Lebensphilosophie lautet, leben und leben lassen. Ich behandele Menschen so wie ich selber behandelt werden möchte. Ich will nicht auf der Straße dumm angemacht werden, genauso wenig will ich in eine Gasse gezerrt werden und ausgeraubt werden. Also warum sollte ich anderen diese Dinge antun? Dieses Verhalten anderer ist unmöglich und oftmals auch unverständlich. Aber ich schweife ab, zurück zum Thema. Es gibt natürlich auch viele Menschen die nicht unbedingt facettenreich sind (ich neige öfters dazu, alles zu verallgemeinern) manche Menschen sind tatsächlich zu jeder Person gleich, verhalten sich immer gleich, sind durchschaubar und vorhersehbar. Diese Personen sind meist eher naiv und vielleicht auch nicht die Klügsten. Oft beneide ich sie. Ich würde gerne zufrieden sein mit einem Realschulabschluss um dann als Tierarzthelferin mein Unterhalt zu verdienen. Aber das kann ich nicht, zu schnell nervt mich jegliche Tätigkeit, zu schnell habe ich keine Lust mehr. Zufälligerweise werde ich auf den Partys auf denen ich rumlaufe auch sehr häufig mit den verschiedenen Charakteren der Menschen konfrontiert. Die normalen Mainstream Partys, wo die Frauen sich schön auftakeln damit jeder sie sieht (und ja nicht zu viel auf der Tanzfläche bewegen man will ja nicht umkippen oder komisch aussehen) und die Kerle im Poloshirt oder kariertem Hemd, die heute Nacht (ja diesmal wird es klappn!) eine Frau flachlegen werden. Von diesen feiern habe ich wirklich genug. Mit 16 wars noch witzig, solangsam verliert es aber dann doch seinen reiz. Nein auf den Goa Partys auf denen ich rumlaufe gibt es viele verschiedenere Menschen. Da haben wir einmal den Druffi, der jedesmal mit allem Möglichen zugeballert ist und den man nicht ernst nehmen sollte, da er morgen eh alles vergessen wird. (Ich für meinen Teil finde so etwas schrecklich, was bringt all das, wenn man es eh vergisst?) Aber diese Person ist auch meist nicht die Hellste, oder hat sich wenigstens die intelligenten Gehirnzellen so gut wie weggebrannt. Sie konsumiert auch die Drogen nur, wegen des Rausches. Zu dieser Art von Mensch gibt es aber auch das Gegenstück, der extreme Druffi, der aber eigentlich viel zu intelligent dafür ist um das Leben so weg zu werfen. Er konsumiert meistens aus Einsamkeit. Ja ich muss sagen, ich sehe zu viele Menschen die Drogen aus Einsamkeit nehmen. Es ist ein schönes Gefühl total druff mit jedem über alles zu reden, man umarmt sich einfach so, oder redet über Gott und die Welt. Aus diesem Grund liebe ich es so. Im nüchternen Zustand bin ich ein anderer Mensch, verschlossen, desinteressiert, kalt und innerlich einsam und verlassen. Doch nur ein Stück dieser Pille macht aus mir den Menschen der ich sein möchte. Es geht mir nicht um die Farben oder die bunten Bilder (auch wenn das ein schöner Nebeneffekt ist), nein ich will nur vor dem Menschen fliehen der ich nunmal bin, oder glaube zu sein. Aber darüber ein andermal mehr. So viel Text schon wieder, das reicht dann auch für heute.

7.10.14 17:53, kommentieren

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Whatever

Ich habe lange überlegt, was ich nun mit meiner freien Zeit anfangen soll. Da kam mir die Idee einfach mal ein paar meiner Gedanken aufzuschreiben. Ich glaube nicht das es irgendjemand da draußen gibt der gerne ließt was in einem 21 Jährigen Mädchen so vor sich geht, aber vielleicht vertreibe ich irgendwann mal jemanden die Langeweile. Falls sich nun einer fragt warum ich mich selber als Mädchen statt als Frau bezeichne, nunja ich habe einfach nicht das Gefühl eine Erwachsene Reife Frau zu sein. Wieso? Gute Frage. Keine Ahnung. Kurze Info über mich: Falls ihr jetzt einen lustigen Blog erwartet, so muss ich euch leider enttäuschen. Ich bin kein Lebensfroher Mensch und neige stark zur Melancholie und derweilen auch zu Grausamen Erkenntnissen. So glaube ich zum Beispiel, dass es sinnlos ist sich für die Erde oder verhungernde Menschen, oder sonst welchen Grausamkeiten die die Menschen so mit sich bringen, einzusetzen. Es wird kein Happy End geben. Für niemanden. Wie auch? Wir Menschen werden immer mehr und das lässt sich nicht aufhalten. Dadurch wird es auch immer wieder grausame und widerwärtige Menschen geben. Menschen die fähig sind ein 6 jähriges Mädchen zu vergewaltigen, oder ein Hund verhungern zu lassen und und und. Es gibt zu viel Schreckliches auf der Welt, man könnte einen ganzen Tag damit verbringen alles auf zu zählen und am Ende des Tages wäre man immer noch nicht fertig. Also wie kann man in einer Welt sein Glück finden, die dem Untergang geweiht ist? Als Jugendliche habe ich nie viel über diese Dinge nachgedacht. Das einzige was mich Interessierte waren Animes und Filme, ich suchte nach Perfektion in ihnen. Es gab Happy Ends sowie grausame und traurige enden. Aber wenigstens gab es ein Ende. Ich wollte ein Ende, ob happy oder nicht, aber Selbstmord war für mich nie eine Lösung. Es ist zu grausam den Menschen die einen Lieben gegenüber. Trotzdem hasste ich jeden Tag und verfluchte die Schule und jeden Schüler der mich fertig machte. Andererseits bin ich dankbar, denn so wurde ich zu dem Menschen der ich bin. Alles im Leben ist ein Zwiespalt, ein Kampf den man mit sich selbst führt. Was ist aus dem kleinen schüchternen Mädchen von damals, das sich nichtmal traute im Unterricht etwas zu sagen, geworden? Nun sie entdeckte mit 16 den Alkohol. Sie lernte, das wenn sie betrunken ist, plötzlich Jungs mit ihr redeten, ja sie sogar wollten! Heutzutage ist man mit 16 schon ein spätzünder, kein Wunder das ich keine Freunde hatte, alle tranken und rauchten schon mit 13 und hatten mit 14 schon am ersten Joint gezogen. Ich nicht. mit 16 kam der Alkohol, mit 20 fing ich an zu rauchen und mit 20 lernte ich dann auch die Drogen kennen. Naja man kann nicht sagen das ich diese Szene "kennen lernte" ich rutschte eher leicht unbeholfen direkt in die Höhle des Löwen. Es fing nicht mit mal etwas Speed, zum runterkommen paar Züge vom Joint und langsam steigerte es sich. Nein. Die erste Nacht in der ich Drogen nahm, hatte ich mindestens 2 Lines Speed und ein viertel Teil. Komplett drauf kiffte ich mich mit einem Fremden den ich dort auf der Party traf "runter" . Problem war das ich vorher noch nie auch nur an einem Jay gezogen hatte. die Chance war 50/50. Entweder es klappte oder es machte alles schlimmer. Bei mir war es Nr. 2. Aber ich will es nicht dramatisieren, schlafen konnte ich zwar erst Abends um 11, aber ich habe es überlebt. Und es schreckte mich nicht ab, ganz im Gegenteil. Nach dieser Nacht folgten Wochenende voller Ectasy und Speed und einmal probierte ich auch Coks. Meiner Meinung nach ein sehr überteuerter Stoff! Ich übertrieb es maßlos, wurde dauernd krank und bekam am Ende eine chronische Mandelentzündung. Also ab ins Krankenhaus, Mandeln raus. Klingt alles halb so wild, aber ich muss schon sagen, diese OP is beschissen schmerzhaft. Wär ich ein zwei mal einfach Zuhause geblieben, anstatt komplett verballert in die Kälte raus zu gehen, hätte ich mir das vielleicht ersparen können. Was mich aber am meisten daran ankotzt, ist das ich das Interesse an Dingen die mir früher Spaß machten, verloren habe. Früher saß ich oft stundenlang in meinem Zimmer und malte ein Bild oder zeichnete Portraits (und schlecht bin ich nicht unbedingt darin). Und nu? Ich frage mich ernsthaft warum ich einen Bleistift in die Hand nehmen sollte. Wozu ein Bild malen? Was bringt mir das? Es ist sinnlos und vergänglich. Ich kann zeichnen, so wie Milliarden andere auch. Ich betrachte gerne meine Bilder, so ist es nicht, aber irgendwo tief in mir drin habe ich vielleicht auch Angst. Angst es nichtmehr so hinzubekommen, ja es regelrecht verlernt zu haben. Aber wer weiß das schon. Grenzt das an Depressionen? Dabei soll man ja jegliches Interesse verlieren. Nun für meinen ersten Eintrag reicht das denke ich für Heute, es ist interessant das das stumpfe aufschreiben von Gedanken doch eine Art Befriedigung mit sich bringt. Es ist fast schon erleichternd.

6.10.14 15:09, kommentieren