Oh du Herzloser Mensch

Ich bin nicht gut darin mich für etwas einzusetzen - war ich noch nie. Es ist witzig, da dies im kompletten Gegensatz zu dem steht was ich denke. Ich war schon immer sehr auf Gerechtigkeit bedacht, gebe anderen Ratschläge wie sie etwas richtig angehen, oder verurteile Menschen die sich falsch verhalten. Mein Vertrauen wieder zu erlangen wenn man etwas unrechtes getan hat ist schwierig, für manche unmöglich. Würde mir ein Freund erzählen er betrüge seine Freundin, wäre meine erste Reaktion er solle es ihr sofort sagen. Tut er dies nicht, empfinde ich es nicht als falsch dieses Mädchen aufzuklären. Warum? Weil Ehrlichkeit Wichtig ist. Meiner Meinung nach ist es sogar das wichtigste in einer Beziehung! Wozu führe ich eine Partnerschaft denn sonst? Wenn ich den Menschen betrügen kann, kann ich denjenigen auch gleich verlassen, ob da nun noch Liebe ist oder nicht tut nichts zur Sache. Liebe allein reicht nicht! Back to topic: wieso setzte ich mich dann nicht für irgendetwas ein? Sei es Tierquälerei (die ich verabscheue) oder kranke Menschen in Afrika. Ja nicht einmal Geld spende ich. Wieso? Keine Ahnung. Ich gehöre wohl zu der neuen abgestumpften und emotionslosen Generation. Ok das ist etwas weit hergeholt, ich kann ja nicht von mir auf den Rest der Welt schließen. Ja vielleicht bin ich auch nur Herzlos. Mir wurde sogar schon öfters gesagt ich hätte manchmal etwas von einem Authist. Im Nachhinein kann man das nur als Beleidigung aufnehmen. Nicht weil Authist sein etwas schlechtes ist, sondern einfach weil es bedeutet, ich könne schlecht mit Menschen umgehen. Aber was soll ich sagen, es stimmt. Auch wenn ich nicht sagen würde ich wäre nicht fähig mitzufühlen, denn das bin ich. Nur wie teilt man sich richtig mit? So viele Menschen die tagtäglich Small talk halten, über das Wetter reden und und und. Woher weiß man wann man welche Frage stellt? Ab wann ist es ok persönliches nachzufragen? Wie viel über sich selbst sollte man Preisgeben? Es sieht so einfach aus. Der Übergang vom stumpfen Small talk zu einem persönlichen Gespräch. Diesen Punkt verpasse ich wohl immer. Ich finde es anstrengend und ermüdend. Wie geht es dir? Gut und dir? Auch, was macht die Familie/Wie geht's dem Freund/wie läuft die Arbeit usw KOTZT. Die Antworten sind nie wirklich ehrlich und erst recht nicht interessant! Niemanden geht es tag für tag gut, keiner hat wirklich spaß bei der Arbeit. Nun gut, vielleicht bin ich wirklich etwas hart. Seitdem ich täglich Kiffe bin ich sogar noch etwas mehr abgestumpft. Obwohl es nur wieder ein Widerspruch in mir selbst ist. Einerseits stumpft es gegenüber Fremden ab, sodass das Bedürfnis neue Leute kennenzulernen nicht mehr wirklich da is (außer natürlich auf gewissen Partys und gewissen Stoffen intus) andererseits bin ich definitiv etwas sensibler geworden was das Leid anderer angeht. Also bin ich nun Herlos? Oder Mitfühlend? Anscheinend bin ich beides, oder keins von beidem. Wer weiß das schon.

8.10.14 19:34

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